10. Juni 2026
Hi, hier sind die Zongtage 2026
Zwischen Juni und Dezember 2026 stellen wir Workshops, Lesungen und acht Konzertabende auf die Beine. Wir begrüßen Euch im Makroscope, das gleichzeitig Konzertort, Museum, Labor, Radiostation, Ausstellungsraum, Bibliothek, Atelier, Werkstatt und Kneipe ist. Ihr werdet feststellen, dass sich diese Dinge weniger widersprechen, als man zunächst vermuten würde – und dass die Zongtage genau hier hingehören.
Auf Euch warten Roboterorchester, Stimmexperimente, Dada, Punk und Klangkunst. Natürlich könnte man versuchen, all das unter Überschriften wie Experimental Pop, DIY-Kultur oder Gegenöffentlichkeit zusammenzufassen. Machen wir ja auch dauernd. Aber je ausführlicher man sich mit den einzelnen Arbeiten beschäftigt, desto weniger reichen diese Begriffe aus. Viele Leute, die bei den Zongtagen auftreten, stehen auf Zweckentfremdung und Aneignung. Spielzeug wird zu Synthesizern, Motoren werden zu Instrumenten, Kassetten werden zu Veröffentlichungsformaten. Worte verhalten sich nicht so, wie Sprache es eigentlich vorsieht. Alte musikalische Ideen tauchen Jahrzehnte später in neuen Zusammenhängen wieder auf.
Es wäre vermutlich übertrieben, daraus eine Theorie abzuleiten; viel wichtiger ist sowieso, dass es immernoch Spaß macht. Vermutlich hat das auch etwas mit den Bedingungen zu tun, unter denen solche Werke entstehen. Die meisten Künstler*innen im Zongtage-Lineup bewegen sich seit Jahren in autonomen Zusammenhängen. Nicht unbedingt aus Prinzip sondern oft schlicht deshalb, weil die Dinge, die sie interessieren, selten in ettablierten Marktlogiken stattfinden. Also entstehen eigene Strukturen: Labels, Konzertreihen, Fanzines, Off-Spaces, Netzwerke, gelegentlich sogar ganze Festivals. Das läuft seit Ewigkeiten so, und die Zongtage möchten gerne ein kleiner Teil davon sein – that‘s all. Macht die Ohren auf!
Euere Zongtage-Crew